Geschichte

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof e.V. wurde an Nikolaus 1999 von Eltern mit seelenpflegebedürftigen Kindern, vielen FreundenInnen, Bekannten und wohlwollenden Menschen gegründet. Es wehte ein guter Geist über dieses mutige Vorhaben.

 

Mit dem Sonnenhof, einem alten Gehöft in Deindrup im Landkreis  Vechta, stand eine Immobilie bereit, die sich nach Meinung der 20 Gründungsmitglieder hervorragend zum Um- und Ausbau eignete. Das Wohnheim mit therapeutischen Werkstätten sollte nach anthroposophischen Grundsätzen geführt werden. Und auch der christlich-religiöse Rahmen war den Mitgliedern wichtig. Außerdem sollten biologisch-dynamische Grundsätze für die Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

 

Ziel war es, eine ländliche Gemeinschaft zu schaffen, in der Menschen mit und ohne Behinderung in familienähnlichen Gruppen zusammen leben und arbeiten. Von Beginn an war es Gründungsmitgliedern wichtig, dass der Hof eingebettet wurde in eine gute Nachbarschaft mit der hiesigen Dorfgemeinschaft Deindrup. Dazu gehörte stets auch die Kontaktpflege mit interessierten Menschen aus Langförden, Visbek und der Kreisstadt Vechta. Die Kontakte fanden und finden auf mitmenschlicher Ebene statt und selbst die Politik wollte sich dem Charme des neu Entstehenden nicht entziehen und hilft bis heute mit wo sie nur kann.

 

Die nachfolgenden Jahre galten dem Aufbau und dem Umbau nach außen und der gleichzeitigen Gemeinschaftsbildung nach innen. Menschen mit Behinderungen, ihre Eltern und Familien fanden hier eine neue Lebensaufgabe. Es wurde gemeinsam, gearbeitet,  gebaut und entwickelt.

 

Nach einer langen Zeit und vielen Anträgen für die Umsetzung des Projektes, konnten 2002 die ersten Menschen mit Behinderung ihre Arbeit auf dem Sonnenhof beginnen. Nach Neubau des Lärchenhauses im Jahre 2003 war es dann  endlich so weit und die ersten Menschen konnten auf dem Sonnenhof ihr neues Zuhause finden. Die ersten Bewohner arbeiteten in „ihrer“ Bautischlerei und in der Landwirtschaft. So entstanden die ersten Verbindungen zum Hof: die Arbeit an der Erde und die Verwandlung des Geländes. Für die Menschen entwickelte sich eine Heimat und alle  halfen mit wo sie nur konnten.

 

Abschließend widmete man sich dem denkmalgeschützten Bauernhaus. Der alte Hof wurde entkernt und von Grund auf renoviert. Noch heute sind die Findlinge des alten Fundamentes auf dem Weg zum Lärchenhaus wie Wegweiser zu erkennen.

 

Mittlerweile wohnen  auf dem Sonnenhof 17 Bewohner und in der Werkstatt arbeiten 32 Beschäftigte, die zum Teil  noch zu Hause wohnen, hier aber arbeiten. Seit dem 1. April 2011 betreibt der Sonnenhof eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Seit 2013  sind wir gemäß den Anforderungen der “Akkreditierungs -und Zulassungsverordnung- Arbeitsförderung  (AZAV)“ auch im Berufsbildungsbereich zertifiziert.

 

Die Gestaltung des Hofes hört nicht auf und schon stehen neue Bauvorhaben und die Weiterentwicklung des Hofes an. Es geht weiter und wir sind auf Unterstützung von allen Seiten angewiesen. Wir danken allen, die auf unterschiedlichste Art und Weise uns und den Menschen hier auf dem Hofe, ihre Tat- und Wirkungskraft schenken.

Bilder vom Umbau